| Elberfelder 1905 (German) (ELB) | New International Version (NIV) |
| 1 Und nun lachen über mich Jüngere als ich an Jahren, deren Väter ich verschmähte, den Hunden meiner Herde beizugesellen. | 1 "But now they mock me, men younger than I, whose fathers I would have disdained to put with my sheep dogs. |
| 2 Wozu sollte mir auch die Kraft ihrer Hände nützen? Die Rüstigkeit ist bei ihnen verschwunden. | 2 Of what use was the strength of their hands to me, since their vigor had gone from them? |
| 3 Durch Mangel und Hunger abgezehrt, nagen sie das dürre Land ab, welches längst öde und verödet ist; | 3 Haggard from want and hunger, they roamed the parched land in desolate wastelands at night. |
| 4 sie pflücken Salzkraut bei den Gesträuchen, und die Wurzel der Ginster ist ihre Speise. | 4 In the brush they gathered salt herbs, and their food was the root of the broom tree. |
| 5 Aus der Mitte der Menschen werden sie vertrieben; man schreit über sie wie über einen Dieb. | 5 They were banished from their fellow men, shouted at as if they were thieves. |
| 6 In grausigen Klüften müssen sie wohnen, in Erdlöchern und Felsenhöhlen. | 6 They were forced to live in the dry stream beds, among the rocks and in holes in the ground. |
| 7 Zwischen Gesträuchen kreischen sie, unter Dorngestrüpp sind sie hingestreckt. | 7 They brayed among the bushes and huddled in the undergrowth. |
| 8 Kinder von Verworfenen, ja, Kinder von Ehrlosen, sind sie hinausgepeitscht aus dem Lande! | 8 A base and nameless brood, they were driven out of the land. |
| 9 Und nun bin ich ihr Spottlied geworden, und ward ihnen zum Gerede. | 9 "And now their sons mock me in song; I have become a byword among them. |
| 10 Sie verabscheuen mich, treten fern von mir weg, und sie verschonen mein Angesicht nicht mit Speichel. | 10 They detest me and keep their distance; they do not hesitate to spit in my face. |
| 11 Denn er hat meinen Strick gelöst und mich gebeugt: so lassen sie vor mir den Zügel schießen. | 11 Now that God has unstrung my bow and afflicted me, they throw off restraint in my presence. |
| 12 Zu meiner Rechten erhebt sich die Brut; sie stoßen meine Füße hinweg und bahnen wider mich ihre verderblichen Wege. | 12 On my right the tribe attacks; they lay snares for my feet, they build their siege ramps against me. |
| 13 Sie zerstören meinen Pfad, befördern meinen Untergang, sie, die selbst hilflos sind. | 13 They break up my road; they succeed in destroying me-- without anyone's helping them. |
| 14 Sie kommen wie durch einen weiten Riß, unter Gekrach wälzen sie sich heran. - | 14 They advance as through a gaping breach; amid the ruins they come rolling in. |
| 15 Schrecknisse haben sich gegen mich gekehrt; sie verfolgen wie der Wind meine Würde, und mein Heil ist vorübergezogen wie eine Wolke. | 15 Terrors overwhelm me; my dignity is driven away as by the wind, my safety vanishes like a cloud. |
| 16 Und nun ergießt sich in mir meine Seele; Tage des Elends haben mich ergriffen. | 16 "And now my life ebbs away; days of suffering grip me. |
| 17 Die Nacht durchbohrt meine Gebeine und löst sie von mir ab, und die an mir nagenden Schmerzen ruhen nicht. | 17 Night pierces my bones; my gnawing pains never rest. |
| 18 Durch die Größe ihrer Kraft verändert sich mein Gewand, es umschließt mich wie der Halssaum meines Leibrocks. | 18 In his great power [God] becomes like clothing to me; he binds me like the neck of my garment. |
| 19 Er hat mich in den Kot geworfen, und ich bin dem Staube und der Asche gleich geworden. | 19 He throws me into the mud, and I am reduced to dust and ashes. |
| 20 Ich schreie zu dir, und du antwortest mir nicht; ich stehe da, und du starrst mich an. | 20 "I cry out to you, O God, but you do not answer; I stand up, but you merely look at me. |
| 21 In einen Grausamen verwandelst du dich mir, mit der Stärke deiner Hand befeindest du mich. | 21 You turn on me ruthlessly; with the might of your hand you attack me. |
| 22 Du hebst mich empor auf den Wind, du lässest mich dahinfahren und zerrinnen im Sturmgetöse. | 22 You snatch me up and drive me before the wind; you toss me about in the storm. |
| 23 Denn ich weiß es, du willst mich in den Tod zurückführen und in das Versammlungshaus aller Lebendigen. | 23 I know you will bring me down to death, to the place appointed for all the living. |
| 24 Doch streckt man beim Sturze nicht die Hand aus, oder erhebt man bei seinem Untergang nicht darob ein Hilfsgeschrei? | 24 "Surely no one lays a hand on a broken man when he cries for help in his distress. |
| 25 Weinte ich denn nicht über den, der harte Tage hatte? War meine Seele nicht um den Dürftigen bekümmert? | 25 Have I not wept for those in trouble? Has not my soul grieved for the poor? |
| 26 Denn ich erwartete Gutes, und es kam Böses; und ich harrte auf Licht, und es kam Finsternis. | 26 Yet when I hoped for good, evil came; when I looked for light, then came darkness. |
| 27 Meine Eingeweide wallen und ruhen nicht; Tage des Elends sind mir entgegengetreten. | 27 The churning inside me never stops; days of suffering confront me. |
| 28 Trauernd gehe ich einher, ohne Sonne; ich stehe auf in der Versammlung und schreie. | 28 I go about blackened, but not by the sun; I stand up in the assembly and cry for help. |
| 29 Ich bin ein Bruder geworden den Schakalen, und ein Genosse den Straußen. | 29 I have become a brother of jackals, a companion of owls. |
| 30 Meine Haut ist schwarz geworden und löst sich von mir ab, und mein Gebein ist brennend vor Glut. | 30 My skin grows black and peels; my body burns with fever. |
| 31 Und so ist meine Laute zur Trauerklage geworden, und meine Schalmei zur Stimme der Weinenden. | 31 My harp is tuned to mourning, and my flute to the sound of wailing. |
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